Modern Warfare 2: Nicht denken – schießen!

Manch einer mag sagen, dass ich spät dran bin, schließlich ist Call of Duty: Modern Warfare 2 bereits vor fast 2 Wochen erschienen. Das mag stimmen. Anderseits hab ich die Zeit zum Zocken genutzt und kann nun auf ProjectGaming eine ausführliche Einschätzung zum Spiel des Jahres in zwei Teilen geben. Den Anfang macht der Einzelspieler-Modus.

Von Project-Dragon

Getreu nach dem Motto "When I get sad, I stop being sad and be awesome instead. True story." berichte ich auf ProjectGaming.de über alles Mögliche aus dem Gaming-Sektor.

Manch einer mag sagen, dass ich spät dran bin, schließlich ist Call of Duty: Modern Warfare 2 bereits vor fast 2 Wochen erschienen. Das mag stimmen. Anderseits hab ich die Zeit zum Zocken genutzt und kann nun auf ProjectGaming eine ausführliche Einschätzung zum Spiel des Jahres in zwei Teilen geben. Den Anfang macht der Einzelspieler-Modus.

Singleplayer – Außen hui, innen nunja…

Wollte man die Handlung des neues Call of Duty Titels als Film darstellen, würde dieser ohne Zweifel jedes Budget sprengen. Hinter jeder Ecke explodiert, knallt, kracht oder fliegt etwas in die Luft. Aber erst einmal von Anfang an:

MW2_screen_26-1255734273Die Handlung knüpft direkt an den ersten Modern Warfare Teil an. Fünf Jahre später schlüpft der Spieler zu Anfang in die die Rolle des US Army Ranger  Joseph Allen während eines Einsatzes in Afghanistan.
Aufgrund überragender Leistungen wird dieser befördert und als Undercover-Agent in die  Teroristenzelle des Russen Vladimir Makarov eingeschleust. Dieser verübt einen Anschlag auf einen russischen Flughafen und lässt Russland glauben, dass es sich dabei um einen Angriff der Amerikaner handelt. Die Russen ihrerseits fackeln nicht lange und starten eine Invasion der amerikanischen Ostküste.

Der Spieler steuert daraufhin abwechselnd den Private James Ramirez im Kampf an der Heimatfront, sowie Sgt. Gary “Roach” Sanderson, Mitglied der Elitetruppe “Task-Force 141″, auf der Jagd nach Makarov.

Die Einleitung hat es von verraten, in der mit fünf bis sechs Stunden, je nach Schwierigkeitsgrad, sehr kurzen Kampagne fährt Entwickler Infinity Ward schwere Geschütze auf.
Jede Mission ist ein kleines Kunstwerk an sich: sowohl die brennenden Vorstädte Washingtons, eine im Schneesturm versunkenen Militärstützung der Russen in Kasachstan, die Armenviertel in Rio de Janeiro oder ein russisches Hochsicherheitsgefängnis suchen momentan sowohl in Atmosphäre und Inszenierung seinesgleichen. Hut ab vor den Leveleditoren!

Beeindruckt von der Arbeit ihrer Kollegen verloren die Storywriter wohl die Lust an ihrer Arbeit. Anders kann ich mir ehrlich gesagt nicht erklären, wie es zu so einem Ergebnis gekommen ist. Wie man in eine Geschichte, die fast nur aus Bruchstücken besteht, noch so viele Logikfehlern einbauen kann, wird wohl ein Rätsel bleiben.
Noch dazu endet Modern Warfare komplett offen. Man bringt weder den Verursacher der Geschehnisse zur Strecke, dafür zwar ein zweiter Bösewicht, der währenddessen auf den Plan getreten ist, noch kommt der militärische Konflikt zwischen Russland und den USA zu einem Ende. Da der Nachfolger bereits in Entwicklung ist, keine unerwartete Endung.

Neben den dem üblichen bereits bekannten Waffenarsenal hat Modern Warfare 2 noch etwas von seinem Vorgänger geerbt: Die Anzahl der Gegnermassen sprengt jede Vorstellungen. Da zerlegt man im Alleingang schon fast ganze Armeen.

“No Russian” – Amoklauf als Spielerlebnis?

Bereits im Vorfeld sorgte die Mission “No Russian” in der der Spieler als Undercover-Agenten bei einem Anschlag auf einen russischen Flughafen beteiligt ist. Kein Wunder, schließlich wird der grausame Mord an hundertern Zivilisten in allen Einzelheiten präsentiert. (Video der Mission)

Die Mission selbst ist für den Zusammenhang nicht nur völlig unnötig, sondern wirft an sich nur noch mehr Fragen auf: “Warum kann ich Makarov nicht einfach töten, und so all das Schlimme verhindern?”, “Warum kann ein bekannter Terrorist trotz Kameras und Zeugen unbehellig den Amerikanern die Schuld zuschieben?” oder “Warum hat es in der Gruppe keine Konsequenzen, wenn ich nicht auf Zivilisten schieße?”

Nicht nur durch die neu geschaffenen Logiklücken hat Infinity Ward sich selbst eine Grube geschaufelt. Wie erklärt man als Spieler in Rahmen einer Amoklaufdiskussion diese Spielszene? Ganz einfach: gar nicht. Man nehme die oben gezeigte Szene, unterlege sie mit passender Musik und kröne dies mit der Aussage, dass es sich hierbei um das am besten verkaufende Spiel aller Zeiten handelt und man erhält ein Meisterwerk, wenn es darum geht Nichtspieler davon zu überzeugen, wie gefährliche Videospiele sind.
Und das alles als PR-Maßnahme für ein wenig Aufmerksamkeit. Danke Infitiy Ward!

Warum nutzte man nicht das Szenario des Amoklaufes, platziert Spieler und Terroristen an verschiedenen Enden des Flughafens und gibt dem Spieler die Aufgabe die Terroristen auszuschalten, bevor dieser entkommen kann. Mit geschicktem Einsatz einer Script-Sequenzen und Kamerafahrten kann ich somit ein viel intensiveres und schockierendes Erlebnis für den Spieler schaffen.

Fazit des Singleplayers:

Der Hauptfokus liegt bei Call of Duty: Modern Warfare 2 auf dem Multiplayer-Modus. Kein Wunder, dass der Einzelspieler vom Umfang etwas gelitten hat. Dennoch sind die gut 5 Stunden der Kampagne packend, abwechslungsreich und wirklich spielenswert.

Review

ProsCons
- sehr gute Grafik und Sound
- dichte Atmosphäre
- abwechlungsreich
- zusätzliche Coop-Missionen
- gute Schwierigkeitskurve (einfacher Einstieg, forderndes Finale)
-
- schwache Story
- kurz
- linear, kaum Wiederspielwert
Rating
75%

Wer die Vorgänger gemocht hat, wird auch Modern Warfare 2 mögen. Wer die Vorgänger geliebt hat, wird bestimmt gerade spielen, statt diesen Eintrag zu lesen.


Diese Einträge könnten interessant sein:

  1. Call of Duty: Modern Warfare 2 kommt 2009
  2. Call of Duty: Modern Warfare 2 – Markenzwang auch in der Spielebranche?
  3. Call of Duty: Modern Warfare 2 – Keine dedicated Server

3 Comments

  1. AndaKawa added these pithy words on 22. November 2009 | Permalink

    Sehr gelungener und treffender Artikel. Leider war die Story wieder so kurz, wie alle anderen Call of Duty Teile.

  2. Vader2 added these pithy words on 23. November 2009 | Permalink

    Ehm die Grafik von CoD6 ist nicht gut ….
    Die Engien ist die gleiche wie die von CoD2 mit ein parr hinzugefügten
    effekten etc.

  3. Nehbkau added these pithy words on 12. Januar 2010 | Permalink

    Guter Artikel, bemerkenswert Objektiv!
    Zur Mission “No Russian” kann ich als eigentlich leidenschaftlicher FPS-Spieler nur sagen: brutal, abstoßend, sinnfrei … kurz gesagt einfach überflüssig.

Post a Comment

Your email is never published nor shared. Required fields are marked *

*
*

Werbung

Partner

pains blog Silkroadonline.de Forum

Tag Cloud